Autor: Lars Kindermann

Konkrete Arbeitsangebote

„Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können, dass die Aktion der IFU, für die Mitarbeiter der Firma Brömmelhaupt neue Arbeitsplätze zu finden, sehr erfolgreich war“, teilt Professor Dr. Jürgen Höser, 1. Vorsitzender des Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU) der Presse und den IFU-Mitgliedern mit. Zahlreiche Firmen hätten den 75 Jobsuchenden Angebote unterbreitet, welche sich auch auf die Übernahme der Auszubildenden beziehen.


Dr. Höser: „Durch die Veröffentlichung unseres Aufrufes im Kölner Stadt-Anzeiger haben sich auch Firmen aus Kerpen und Pulheim gemeldet, die sehr konkrete Arbeitsangebote unterbreitet haben. Der Geschäftsführer der Firma Brömmelhaupt bedankt sich – auch im Namen seiner Mitarbeiter – für die IFU-Aktion und deren Effizienz.“

Der Vorstand der IFU bedankt sich bei allen IFU-Mitgliedern, die den Aufruf so nachhaltig positiv unterstützt haben.

Brömmelhaupt schließt – IFU hilft bei Jobsuche

Die Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU) reagiert auf die Mitteilung der Brömmelhaupt GmbH, dass der Elektro-Großhändler mit Sitz in Frechen seine Geschäftstätigkeit einstellen wird. Aufgrund der großen Konkurrenz durch den Online-Handel, die Nachwirkungen der Corona-Krise und die Marktmacht einzelner Großanbieter muss bereits Ende August ein Großteil der 50 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

„Vieles versucht, stark gekämpft und doch kein Happy End“, heißt es auf der Internetseite des Familienunternehmens, welches 2008 noch mit dem IFU-Wirtschaftspreis ausgezeichnet wurde.

„In Absprache mit Herrn Robert Drosdek, Geschäftsführer der Brömmelhaupt GmbH, überlegen wir einerseits eine Jobbörse zu veranstalten oder alternativ eine gezielte Vermittlung der dort Beschäftigten zu begleiten. Betroffen sind insgesamt 75 Mitarbeiter, davon 25 in der Verwaltung und 20 in der Logistik sowie zwei Auszubildende in Frechen; weitere 25 Vertriebsmitarbeiter sind deutschlandweit verteilt“, erklärt der IFU-Vorsitzende Dr. Jürgen Höser.

Ziel der IFU-Aktion ist eine schnelle, bestmögliche Vermittlung der Beschäftigten. Erst kürzlich war es der IFU gelungen, für Fachkräfte eines schließenden Betriebes im Rhein-Erft-Kreis, eine neue, sichere berufliche Perspektive bei der Firma Autohaus Westkamp in Frechen zu finden. Unternehmen, die sich an der Jobvermittlung beteiligen wollen, sollen sich unter ifu-vorstand@mail.de mit dem IFU-Vorstand in Verbindung setzen.

Foto: Brömmelhaupt GmbH

Wirtschaftspreis für Logistik-Experten

Die hasenkamp Holding GmbH ist auf dem Frühjahrsempfang der Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU), in der Geschäftsstelle des britischen Baumaschinenherstellers JCB, mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet worden. Stellvertretend für den geschäftsführenden Gesellschafter des Familienunternehmens, Dr. Thomas Schneider, nahmen dessen Mutter Barbara sowie sein Vater und Vorgänger Hans Ewald Schneider den Preis aus den Händen des IFU-Geschäftsführers, Frank Zander, entgegen. Der Gastgeber sowie Geschäftsführer der JCB Deutschland GmbH vertrat an diesem Abend den IFU-Vorsitzenden Dr. Jürgen Höser, der krankheitsbedingt nicht an dem Empfang teilnehmen konnte.

IFU-Geschäftsführer Frank Zander (Mitte) begrüßte (v.l.)
NRW-Innenminister Herbert Reul, die Wirtschaftspreisträger Hans Ewald Schneider sowie Bürgermeisterin Susanne Stupp. Foto: Lars Kindermann
IFU-Geschäftsführer Frank Zander (Mitte) begrüßte (v.l.) NRW-Innenminister Herbert Reul, die Wirtschaftspreisträger Hans Ewald und Barbara Schneider sowie Bürgermeisterin Susanne Stupp. Fotos: Lars Kindermann

Das Unternehmen hasenkamp ist ein Logistikunternehmen und Projektspezialist für den Transport und die Lagerung von hochwertigen und sensiblen Werten. Es sorgt weltweit für den sicheren Transport von Kunstwerken und Exponaten in Galerien und Museen. Neben Kunstlogistikprojekten organisiert das Frechener Unternehmen auch Schwertransporte, Umzüge für Firmen und Privatpersonen in bisher 138 Länder und es archiviert, lagert und vernichtet sensible Dokumente. Gegründet wurde hasenkamp im Jahr 1903. Aktuell sind weltweit über 600 Mitarbeiter für das inhabergeführte Familienunternehmen tätig. Es hat unter anderem Dependancen in Barcelona, Havanna, Peking und Moskau.


Vor der Verleihung des IFU-Wirtschaftspreises hatte Herbert Reul eindringlich über das Thema Sicherheit in Deutschland gesprochen. Ausführlich und unterhaltsam berichtete der NRW-Innenminister, vor knapp 200 geladenen Gästen, über seine Arbeit, den Kampf gegen Rechtsextremismus, Kinderpornografie, Clan- und Cyber-Kriminalität, die Räumung des Hambacher Forstes und seine Entscheidung, das Amt des Innenministers überhaupt anzunehmen.

Der Grund dafür sei die zunehmende Politikverdrossenheit der Menschen im Land gewesen, erklärte er. Sein Ziel sei es, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen sich wieder sicher fühlen könnten. Reul: „Denn wenn wir es nicht schaffen, dass die Menschen sich sicher fühlen, dann läuft etwas grundsätzlich falsch!“ Bei der Umsetzung seiner Ziele handele er stets nach der Mahnung seiner Mutter. „Die hat immer gesagt: Junge, lauf nicht so schnell, sonst fällst Du hin“, so Reul. Das Prinzip funktioniere. Als erstes müsse ein Problem benannt werden dürfen, damit man es angehen könne. Das Problem Clan-Kriminalität würde es seit über 30 Jahren geben, aber aus Angst davor, Großfamilien und alle Familienmitglieder zu stigmatisieren, sei das Thema nie richtig angegangen worden. In Deutschland gäbe es nur ein Gesetz für alle und daran müssten sich auch alle halten.

Überrascht war er, dass dies für viele im Land aber nicht selbstverständlich sei: Nach der Räumung des Hambacher Forstes habe er viel Kritik einstecken müssen von verschiedenen Seiten. Dabei habe er versucht zu erklären, dass es auch in diesem Fall gesetzliche Regeln gebe, an die sich alle zu halten hätten, möge der Grund für das Fehlverhalten auch noch so gutgemeint sein.

Cyberangriffe hätten seit der Invasion der Ukraine sprunghaft zugenommen, ermittelte Täter kämen größtenteils aus Russland. Reul: „Da ist es schwer, noch an Zufälle zu glauben!“. An die Unternehmer im Publikum richtete er noch eine Bitte: „Lassen sie uns noch ein paar IT-Experten und kaufen sie sie uns nicht alle weg. Die Polizei der Zukunft muss digitalisiert werden und dafür brauchen wir engagiertes und fähiges Personal.“ Eine weitere Bitte richtete er an alle Bürger in NRW: „Ruhig mal Danke sagen, wenn sie Kontakt mit einem Polizisten oder einer Polizistin haben. Sie glauben nicht, wie sehr die sich über ein kleines bisschen Wertschätzung freuen!“

Im Anschluss an seine Rede trug sich der Leichlinger, im Beisein von Bürgermeisterin Susanne Stupp, ins Goldene Buch der Stadt Frechen ein. Stupp dankte dem Minister dafür, dass in den kommenden Jahren alle vier Wachen im Rhein-Erft-Kreis neu gebaut würden. In Frechen sei der Wunsch geäußert worden, dass die neue Polizeiwache direkt neben die neue Feuerwache ziehen solle. Susanne Stupp: „Dann hätten wir kein Rotlichtviertel wie andere Städte, sondern ein Blaulichtviertel.“ Doch so charmant die Idee auch sei, aus Naturschutzgründen müsse die Neuansiedlung der Polizei an anderer Stelle erfolgen.


Für die musikalische Unterhaltung und jede Menge Farbakzente sorgte der Pop-Chor Joy zwischen den Reden.

Diplom Volkswirt Hans Ewald Schneider lobte in seiner Dankesrede seinen Vorredner Reul als „echt coolen Innenminster“, sparte aber auch nicht mit Kritik an der Politik. In den 16 Jahren unter Angela Merkel habe man die Bundeswehr, die Bundesbahn und die Bundesautobahnen vernachlässigt. Man habe zu viel konsumiert und zu wenig investiert. Als Beispiel nannte er ein Ereignis aus der eigenen hasenkamp-Firmengeschichte: Schon 2005, dem Jahr in dem Angela Merkel ins Bundeskanzleramt einzog und Putin das erste Mal die Gasversorgung durch die Ukraine unterbrach, habe hasenkamp in Frechen mit der Planung des weltweit ersten Geothermie-Lagerhauses begonnen. Dafür hätten ihnen viele Vertreter aus Politik und Verwaltung gratuliert. Aber aufgegriffen habe seitdem niemand von ihnen das Konzept. Stattdessen habe man sich von einem Rohstofflieferanten abhängig gemacht. Schneider: „Das würde einem familiengeführten Unternehmen nicht passieren. Sich so abhängig zu machen von einem Zulieferer ist hochgefährlich!“

Die aktuelle Situation hätte vermieden werden können, hätte man rechtzeitig nach Alternativen gesucht. Im weltwirtschaftlichen Vergleich machte er auf die harte Konkurrenz aus China, Indien und den USA aufmerksam. Diese Schwergewichte ließen sich nicht von genderkonformer Sprache beindrucken. Als die drei größten Probleme für mittelständische Unternehmen in Deutschland, die immerhin knapp 30 Millionen Beschäftigte hätten, benannte er die Inflation, das „grotesk-komplizierte“ Steuerrecht und die Qualifikation der Schüler und Studenten. „Wir bekommen aus den Schulen nicht mehr das qualifizierte Personal, was wir benötigen.“ Wolle man den Wohlstand in Deutschland erhalten, müsse Schluss sein mit der „Habeckschen Pleitepolitik“ und der Bevormundung von Bürgern und Unternehmern.

Klares „Nein“ zur Anhebung der Kreisumlage

Fidelis Thywissen, Vorsitzender des Arbeitskreis Wirtschaft Hürth (AWH) und Professor Dr. Jürgen Höser, Vorsitzender der Interessenvereinigung Frechener Unternehmen (IFU), haben sich, in einem gemeinsamen offenen Brief, an Landrat Frank Rock gewandt und sich klar gegen die Mehrbelastung der Kreiskommunen durch eine Anhebung des Kreisumlagesatzes ausgesprochen. Sie befürchten eine Anhebung der Grundsteuer B in den Kommunen. In der „schwersten Haushaltskrise seit Jahrzehnten“ würde eine solche Maßnahme die Existenz vieler Unternehmen im Kreis bedrohen.

Professor Dr. Jürgen Höser (links) von der IFU und Fidelis Thywissen von der AWH haben Landrat Frank Rock in einem gemeinsamen Brief die möglichen Folgen einer Anhebung der Kreisumlage klargemacht. Foto: IFU/AWH

Hier der Brief im genauen Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Landrat Rock,
gemeinsam mit dem Kreiskämmerer haben Sie am 8. Dezember 2022 den Entwurf des Kreishaushaltes für die Jahre 2023 und 2024 eingebracht. Der Haushaltsplanentwurf sieht dabei im Ergebnisplan für 2023 Erträge in Höhe von 650.206.100 € und Aufwendungen mit einem Gesamtbetrag von 674.839.750 € und für 2024 Erträge in Höhe von 679.116.300 € und Gesamtaufwendungen in Höhe von 687.459.300 € vor. Nach Planung der Verwaltung sollen die Deckungslücken im jeweiligen Haushaltsjahr durch die Entnahme aus der Ausgleichsrücklage gedeckt werden.

Die Haushaltssatzung im ursprünglichen Entwurf sieht ebenfalls vor, den Kreisumlagesatz von 31,50 % im Jahr 2022 in den Haushaltsjahren 2023 und 2024 auf 33,20 % anzuheben. Nach Berechnungen der Verwaltung entspricht dies – in Kombination mit den gestiegenen Umlagegrundlagen – defacto einer Mehrbelastung für die angeschlossenen zehn Kommunen des Rhein-Erft-Kreises allein für das Haus¬haltsjahr 2023 von etwa 43 Mio. Euro. Als Begründung für die vorgeschlagenen Kreisumlagesatz-erhöhungen dient das strukturelle Defizit des Kreishaushaltes, welches schon ohne die corona-bedingten Lasten besteht. Im Vordergrund stehen hier höhere Personalkosten und Erhöhungen im Sozialbereich.

Durch das Gesetz zur Isolierung der aus der COVID-19-Pandemie und dem Krieg gegenüber der Ukraine folgenden Belastungen der kommunalen Haushalte im Land Nordrhein-Westfalen (NKF-COVID-19-Ukraine-Isolierungsgesetz – NKF-CuIG) sind Kommunen und Umlageverbände verpflichtet, corona- und kriegsbedingte Schäden in ihren Haushalten zu isolieren und in Form eines außerordentlichen Ertrages in die Haushaltsplanungen aufzunehmen. Hierbei handelt es sich lediglich um eine rein bilanzielle Maßnahme, um den Haushaltsausgleich herbeizuführen. Ab dem Haushaltsjahr 2026 erfolgt eine lineare Abschreibung dieser Bilanzierungshilfe über längstens 50 Jahre, sofern nicht von dem Recht Gebrauch gemacht wird, im Jahr 2025 für die Aufstellung der Haushaltssatzung 2026 die Bilanzierungshilfe ganz oder teilweise gegen das Eigenkapital erfolgsneutral auszubuchen.

Aus Sicht der Wirtschaft befinden sich die Kommunen – und dies gilt nicht nur für die Kommunen im Rhein-Erft-Kreis – in der schwersten Haushaltskrise seit Jahrzehnten. Kommunale Handlungsspielräume bestehen kaum noch. Grund dafür sind die seit Jahren stetig steigenden und kommunal finanzierten Aufwendungen für soziale Leistungen und die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wegbrechenden Steuereinnahmen.

So klagen zum einen Kommunen unter dem Stichwort „Konnexitätsausgleich“ über Aufgabenver-schiebungen zu ihren Lasten wie z. B. bei den Kosten für die Flüchtlinge (sei es durch den Bund, sei es durch die Länder) bei gleichzeitig unzureichender Finanzierung der jeweils wahrzunehmenden Aufgaben. Zum anderen klagen kommunale Gebietskörperschaften über eine insgesamt unzureichende Finanzausstattung und zuletzt befinden sich Kreise und kreisangehörige Gemeinden in einem finanziellen Zwangsverband, da über die Kreisumlage die – notorisch unterfinanzierten – Gemeinden ihren Beitrag zur Finanzierung der Kreise aufbringen müssen.

Aus unserer Sicht ist es in der aktuellen Situation dringend geboten, jegliche Mehrbelastung auf kommunaler Ebene zu vermeiden. Da schon die Kommunen im Rhein-Erft-Kreis im Falle einer Umlage-erhöhung durch den Kreis angekündigt haben, unter Umständen gezwungen werden, ihrerseits den Hebesatz für die Grundsteuer B nach oben anzupassen, käme es unweigerlich zu dieser Mehrbelastung. Schon jetzt stehen viele der Unternehmen vor der Existenzfrage und können kaum ihre Verpflichtungen decken, womit die vorhandenen Reserven kontinuierlich sinken und in naher Zukunft aufgebraucht sind. Die unmittelbaren Folgen sind nicht nur Leerstände in den Innenstädten verbunden mit fehlenden Einnahmen auf kommunaler Ebene z.B. bei der Gewerbesteuer, sondern auch zusätzliche Kosten im Sozialbereich. Indirekt würde dies auch den Kreis treffen, da die Umlagegrundlage für die Kreisumlage unmittelbar auf die Steuerkraft der angeschlossenen Kommunen ansetzt. Das strukturelle Defizit würde eher größer werden als mit einer kurzfristigen Erhöhung des Umlagesatzes zum aktuellen Zeitpunkt gewollt. Letztendlich lassen sich die kommunalen Haushalte (und damit auch der Haushalt des Rhein-Erft-Kreises) nur über Wachstumseffekte der Wirtschaft wieder auf den richtigen Weg bringen.

Dies entbindet die kommunale Familie aber auch nicht, schon jetzt über die Optimierung von Prozessen und andere Synergieeffekte zur Entlastung des Haushaltes nachzudenken, weiter zu suchen und umzusetzen. Hier hat der Rhein-Erft-Kreis in der Vergangenheit schon einiges geleistet, weitere Anstrengungen zur Schließung der strukturellen Lücke sind aber notwendig.

In Übereinstimmung mit den Bürgermeistern der angeschlossenen Kommunen sind wir die Meinung, dass das vorhandene Wahlrecht bei der Inanspruchnahme der Rücklage zur Entlastung der Kommunen und damit indirekt der Wirtschaft genutzt werden sollte. Bei einer Gesundung der Wirtschaft lassen sich Rücklagen in naher Zukunft wieder auffüllen und der Generationengerechtigkeit Genüge tun.